Es geht nicht darum, irgendwann ganz heil zu sein. Es geht darum, innerlich differenzieren und regulieren zu können.

Auf dem inneren Weg steht uns nichts mehr im Weg als der Anspruch, heil zu sein, also die Idee, irgendwann nicht mehr von unseren Themen eingeholt zu werden.

Anzuerkennen, dass die Vergangenheit Teil von uns ist und bleibt, kann eine tiefe Erleichterung sein.

Es geht weniger darum, uns von unseren Themen zu befreien, als zu lernen, innerlich zu unterscheiden:

Was wirkt gerade in mir?

Die Fähigkeit die wirklich zählt

Worin wirklich selbstbestimmte Handlungsfähigkeit liegt, ist:

Differenzieren zu können, ob meine reaktivierte Vergangenheit gerade steuert. Es zu benennen. Mich und meinen Körper wahrzunehmen.

Ganz oft greift unsere schützende Reaktivitä, doch mit genügend innerem Raum und Bewusstheit kann ich mich selbst darin erkennen. Ich kann es vielleicht sogar mit meinem Gegenüber benennen und fühlen, welche Verletztheit da gerade wirklich wirkt.

Und nein, das klappt nicht immer. Ja, es übernimmt uns auch nach Jahren innerer Arbeit immer wieder. Doch genau dieses Bewusstsein gibt uns die Möglichkeit, es im Nachhinein zu verantworten und uns verletzlich zu zeigen.

Das ist die Ausrichtung für innere Arbeit.

Das ist der Weg hin zu Kontakt und Intimität.

Die Fähigkeit die wirklich zählt

Ein bewusster Mensch ist kein vollständig geheilter Mensch.

Bewusstsein heißt, die eigene innere Landkarte zu kennen, um aus der Verbundenheit zu mir und der Welt zu wirken, nicht aus der Abtrennung und dem vergangenen Schmerz.

Und manchmal zeigt uns genau dieses Bewusstsein auch, wo wir uns selbst im Weg stehen. Wo alte Strategien uns von dem Leben entfernen, das wir eigentlich leben wollen. Wenn wir erkennen, was wirkt, sehen wir auch klarer, was uns dient und was nicht.