Dass wir uns auf den spirituellen Weg begeben, hat die unterschiedlichsten Gründe. Manche von uns beginnen zu gehen, weil tief in ihnen etwas ruft oder sich etwas nach Wahrhaftigkeit und Tiefe sehnt. Häufig liegt der Ursprung aber auch darin, dass es uns nicht gut geht, dass wir leiden oder etwas fehlt. Genau das wird oft zur Motivation, uns in tiefere Ebenen des Lebens hineinzubewegen.

Gerade in solchen Momenten kann Spiritualität zu einem unglaublich kraftvollen Zufluchtsort werden. Je tiefer wir in Bewusstsein eintauchen, desto weniger spüren wir unseren Schmerz und unsere Mängel. Im Hintergrund unseres Gewahrseins, im Versinken, im Chanten oder im Meditieren verschwinden menschliche Beschwerden für den Moment.

Dieses Bewusstsein zu vertiefen, zu erkennen, dass wir mehr sind als die Person, die durch dieses Leben geht, ist wirklich kostbar. Dass wir vielmehr das Leben selbst sind, eingebettet in alles, was ist, kann ein echtes Aufwachen sein.

Der blinke Fleck in der spirituellen Szene

Doch genau hier entsteht häufig eine unerkannte Trennung: ein Abstand zwischen meinem Menschsein und der tiefen Verbundenheit, die ich in der Praxis erlebe. Zwischen der inneren Freiheit, die sich im Bewusstsein öffnet, und dem Schmerz, den Auslösern und Mustern, die in meinem Alltag weiterhin auftauchen.

So entsteht oft das Gefühl, dass etwas nicht zusammenpasst. Dass zwischen dem Bewusstsein, das weit und frei ist, und dem Menschsein, das weiterhin hier ist – mit Emotionen, Bedürfnissen und Beziehung – keine wirkliche Übersetzung stattfindet.

Aus dieser Diskrepanz entsteht leicht eine Bewegung weg von mir selbst und weg aus dem Leben. Ich lande in einer Beobachterposition, die zwar klar wirkt, aber keinen wirklichen Kontakt hat. Ich bin dann nicht in Beziehung – weder mit mir noch mit meinen Emotionen, mit anderen Menschen oder mit der Welt.

Der blinke Fleck in der spirituellen Szene

Genau in diesem Eskapismus bewegen sich viele spirituelle Kreise:
Räume, die bewusst erscheinen, sich von außen aber oft wie unberührbare Blasen anfühlen. Denn wenn ich versuche, mich als Teil des Lebens zu fühlen, aber gleichzeitig aus dem Leben heraustrete, entsteht keine Verbundenheit. Es entsteht Distanz. Ein „von oben schauen“, das zwar bewusst wirkt, aber nicht berührbar ist.

Die innere Arbeit, die wir gemeinsam bei Conscious Celebration machen, lädt zu etwas anderem ein: Präsenz, die hier im Jetzt, im Körper, in mir und in meiner Beziehung ankommt.

Präsenz, die nirgendwo hinmuss, sondern bleibt. Ein Gewahrsein, das nicht über dem Leben schwebt, sondern mitten im Leben lebt.

Der innere Weg heißt nicht, aus dem Leben zu fliehen, sondern tiefer in uns, in unsere Beziehungen und in unseren Körper – also in das Leben selbst – hineinzufinden.