Ein Mann mit tätowiertem Rücken sitzt im Grünen vor einem Haus mit Reetdach.

An der Schwelle

Von Lukas Göttl · Bewusstseinsarbeit

Heute Morgen ist es gar nicht so einfach, das Leben ohne Geschichte durch mich durchfließen zu lassen.

Sobald es in mir dunkel, laut oder schwer wird, versuch ich häufig, es zu verstehen. Zu verändern. Herauszufinden, was an den Umständen nicht passt, was Ich oder mein Gegenüber falsch gemacht hat und warum zum Teufel ich schon wieder oder immer noch da bin, wo ich gerade bin.

Ich bin an der Schwelle.

An der Schwelle, die die Schwere berührt, aber noch keine Trauer ist.

Die noch zwischen mir und dem Klein- und Ohnmächtigsein steht.

Und an der ich die Luft anhalte. Unter Wasser. Druck.

Meine Augenlider fühlen sich schwer an.

Bekannt irgendwie.

Eine Frau steht mit geschlossenen Augen und den Händen auf Brust und Bauch vor einem Fenster.

Und es kotzt mich an, dass es so bekannt ist.

Dass ich hier schon wieder immer noch lande und ich es nicht verstehen, verändern oder bewegen kann. Dass ich wieder an dieser Schwelle bin, an der sich alles zu viel, zu eng, zu schwer, zu fucking falsch anfühlt.

Und ich eben nicht wirklich fühlen kann.

Dass etwas in mir es nicht fühlen will.

Die Wut über die Hilflosigkeit.

Die Traurigkeit, die ich selbst so früh gelernt habe zurückzuhalten.

Sie nicht einfach durch mich durchfließen zu lassen, sondern sie zu managen – zu kontrollieren.

Also stehe ich mal wieder an der Schwelle.

Mehrere Menschen sitzen paarweise auf Matten in einem hellen Seminarraum und umarmen sich.

Mir Zeit lassen

Ich brauche Zeit für mich allein.
Eigentlich brauch ich gerade Begleitung.
Ich bewege mich, komm in meinen Körper, laufe.
Bewegung tut gut.

Ich setz ich mich auf eine Bank in die Sonne.
Ich lass mir Zeit.
Ich wende ich mich innerlich der Schwere zu.
Ich kann sie spüren.
Ich verweile mit ihr.
Ich kann mich berühren lassen.
Etwas wird weicher.

Tränen laufen über mein Gesicht und ich fühl mich wieder wie ich.
Mir nah.

Zwei Männer sitzen nah beieinander, einer lehnt den Kopf an die Brust des anderen.

Eine Praxis fürs Leben

Kennst du das?

Wir können lernen, uns selbst wieder zuzuwenden.

Dem, was in uns auftaucht, Raum zu lassen.
Weniger dagegen anzukämpfen.
Zu spüren, was eigentlich da ist.
Wieder mit uns Selbst im Kontakt zu sein.

Das ist nichts, was wir irgendwann geschafft haben und dann für immer bleibt. Das ist eine Praxis fürs Leben.

Dir selbst Raum geben

Wenn du dich dem, was du in dir wahrnimmst, gemeinsam mit anderen zuwenden möchtest, laden wir dich zu unseren Gatherings ein. In der Übersicht findest du unsere Immersions und Celebrations und kannst nachlesen, welches Format zu dir passt.